* Unsere Projekte

Gewerkschaftskooperation in Burkina Faso

Seit Juni 2015 engagiert sich fair childhood auch auf dem afrikanischen Kontinent. In Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt, sind viele Familien aus purer Not gezwungen, ihre Kinder (zeitweilig) an Arbeitgeber zu verkaufen bzw. arbeiten zu lassen. In der Hauptstadt Ouagadougou arbeiten Kinder in Steinbrüchen, in Haushalten, im Handel und im Handwerk unter meist gesundheitsschädigenden Bedingungen.

Um den Teufelskreis aus Armut, mangelnder Bildung und Ausbeutung zu durchbrechen, haben der Gewerkschaftsbund der Beschäftigten in Erziehung und Wissenschaft (F-SYNTER) sowie die Gewerkschaft der Beschäftigten im Bereich Arbeit und Soziales (SYNTAS) Kinderarbeit in Burkina Faso gemeinsam den Kampf angesagt. Im Rahmen des dreijährigen Projekts werden sie mithilfe von fair childhood-Spendengeldern über einen Zeitraum von zunächst drei Jahren insgesamt 115 Kinder und Jugendliche aus Kinderarbeit in Grundschulen, weiterführende Schulen und in die berufliche Bildung bringen.

Die Zusammenarbeit zwischen SozialarbeiterInnen und LehrerInnen ermöglicht es, die betroffenen Jungen und Mädchen an ihren Arbeitsplätzen aufzusuchen, sie in Schulen und berufliche Ausbildungen zu integrieren, kontinuierlich zu betreuen sowie Angehörige professionell zu unterstützen. Aufklärungsarbeit in den Familien und den Gemeinden soll zu einer Sensibilisierung für die Probleme führen, die mit Kinderarbeit verbunden sind und so Schritt für Schritt Kinderarbeit und -handel in Burkina Faso zurückdrängen.


Monitoring Groups in Albanien

Im August 2014 startete fair childhood die erste innereuropäische Projektförderung im albanischen Bathore, nahe der Hauptstadt Tirana. Dort haben sich zahlreiche Familien aus den ländlichen Gebieten Nordalbaniens angesiedelt, um in der Hauptstadt Arbeit zu suchen. Die Lebensumstände der BinnenmigrantInnen sind von extremer Armut geprägt, Schulbildung hat keinen hohen Stellenwert, Kinder müssen häufig zum Familieneinkommen beitragen und insbesondere Mädchen brechen auf Grund dessen vorzeitig die Schule ab.

Um Mädchen und Jungen zurück in die Schule zu holen sowie Schulabbrüche und Kinderarbeit zu stoppen, haben die albanischen Bildungsgewerkschaften FSASH und SPASH (www.fsash-spash.com) an zwei Gesamtschulen in Bathore sogenannte monitoring groups etabliert. Ihnen gehören LehrerInnen, SchülerInnen, Eltern und VertreterInnen der kommunalen Schulverwaltung an, welche auf der Basis von Schulungen und präzisen Datenerhebungen gemeinsame Aktionspläne mit individuellen Maßnahmen für ca. 150 betroffene Kinder und Jugendliche entwickeln und umsetzen.

Überzeugungsarbeit peer-to-peer, intensive Beratungsgespräche mit Eltern und SchülerInnen, künstlerische und sportliche Aktivitäten, um den Schulbesuch attraktiver zu machen, sind ebenso wie materielle Unterstützung in Form von Unterrichtsmaterial fester Bestandteil des bewährten Ansatzes der Projektpartner.


Schulbildung statt Kinderarbeit auf Baumwollfeldern

Im südindischen Distrikt von Kurnool, gut 200 km südlich der Technologie-Metropole Hyderabad, gibt es viele Baumwollplantagen. Hier arbeiten tausende von Mädchen unter unmenschlichen Bedingungen: Über 40 Grad Hitze, elf Stunden pro Tag für 70 Euro-Cent. Dabei sind sie gefährlichen Pestiziden ausgesetzt. Viele leiden unter Kopf- und Magenschmerzen, Schwindel, Augen- und Hautreizungen.

Gemeinsam mit der indischen MV Foundation www.mvfindia.in holt fair childhood diese Kinder aus den Baumwollfeldern und bringt sie in die Schule. Dazu ist Vertrauens- und Überzeugungsarbeit zu leisten. Eltern, Dorfgemeinschaften und Farmer müssen überzeugt werden, dass diese Kinder ein Recht auf Bildung haben. Die Kinder müssen gewonnen und neugierig auf die Schule gemacht werden.

Mit einem erprobten regionalen, basis-orientierten Ansatz wird in dieser Region in drei Jahren eine „kinderarbeitsfreie Zone” entstanden sein.

MV Foundation Progress Report January - June 2012
MV Foundation Progress Report July - December 2012
MV Foundation Progress Report January - June 2013
MV Foundation Progress Report July - December 2013
MV Foundation Progress Report January - June 2014


Schulbildung statt Kinderarbeit in Steinbrüchen

Südlich von Jaipur, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Rajasthan, liegt das Dorf Dhaneshwar in einer großen Steinbruchregion. Hier haben sich viele Wanderarbeiter-Familien angesiedelt. Es handelt sich meist um Dalits, so genannte Unberührbare. Ihre Kinder sind in den Schulen der angrenzenden Dörfer nicht willkommen und sie müssen in den Steinbrüchen zum Einkommen der Familie beitragen.

Für sie hat fair childhood seit September 2012 in Zusammenarbeit mit der indischen Hilfsorganisation SEVA-Trust (www.trustseva.org) und dem deutschen Verein XertifiX (www.xertifix.de) eine eigene Schule errichtet und mit Unterstützung der deutschen Botschaft in Delhi ausgebaut. Eine staatliche Übernahme der Brückenschule wird angestrebt. In enger Kooperation mit lokalen Gewerkschaften wird zudem wichtige Aufklärungsarbeit geleistet und es werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Steinbrüchen kontrolliert.

SEVA TRUST Progress Report August 2012 - December 2013
SEVA TRUST Progress Report September 2013 – August 2014
SEVA TRUST Project Completion and Progress Report 2014/2015
SEVA TRUST Summary Report August 2012 – July 2015


Überzeugungsarbeit für Kinderrechte

Auch im nordostindischen Bundesstaat Westbengalen macht sich fair childhood seit September 2012, gemeinsam mit der Karl-Kübel-Stiftung (www.kkstiftung.de) und mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), für die Verwirklichung des Rechts auf Bildung als Strategie gegen Kinderarbeit stark.

In den sieben Dörfern des Mohanpur-Kreises, wo die Verletzung von Kinderrechten, Kinderehe, Zwangsarbeit und die systematische Benachteiligung von Mädchen und Frauen immer noch an der Tagesordnung sind, wurden Nachhilfezentren und Brückenschulen gegründet. Damit werden der Zugang zu Bildung für besonders Benachteiligte ermöglicht sowie die Schulabwesenheits- und Abbruchrate reduziert. Diverse Schulungen und Aktionen unter Einbindung von Eltern, Lehrkräften, Dorfgemeinschaften und Lokalpolitik schärfen das Bewusstsein für Rechte von Kindern im Hinblick auf Bildung und Gesundheit; sie zielen auf eine nachhaltige wirtschaftliche und pädagogische Alternative zur Kinderarbeit in der Region. Projektpartner vor Ort ist die gemeinnützige Nichtregierungsorganisation Kajla Janakalyan Samiti (KJKS – www.kjksindia.org).

KJKS Quartalsbericht Januar – März 2015
KJKS Quartalsbericht April – Juni 2015


Education For All

Auch in Indien gibt es ein Recht auf Bildung. 2009 wurde die „Right of Children to Free and Compulsory Education Act” beschlossen. Doch vielerorts besteht dieses Recht nur auf dem Papier.

Deshalb hat die National Coalition for Education-Indien (NCE), - ein Netzwerk von politischen und gewerkschaftlichen Bildungsorganisationen - eine breite PR-Kampagne beschlossen. Mit einer Serie von öffentlichen Anhörungen will sie den Rechtsanspruch auf Bildung vor allem auch in bildungsfernen Regionen tragen.

Ziele sind: Die Raten der Einschulungen zu erhöhen und die der Dropouts-Quote zu senken. Das Wissen und das Bewusstsein zu verbreiten, dass es einen Rechtsanspruch auf qualifizierte Bildung gibt. Die Menschen zu stärken, diesen Anspruch einzufordern.

fair childhood unterstützt diese Kampagne.

Public Hearing Report August 2013


Kindern eine Kindheit geben

In Indien – wie in vielen anderen Ländern weltweit – gehört Kinderarbeit zum alltäglichen Straßenbild. Auf Grund sozialer und ökonomischer Bedingungen gehen allein in Indien mehrere Millionen Kinder nicht oder nur unregelmäßig zur Schule. Diese Kinder werden ihrem Recht auf Bildung und ihrer Zukunft beraubt. In Dornipadu Mandal, einer Region im Süden des Bundesstaates Andhra Pradesh in Indien arbeiten knapp 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren. Gemeinsam mit der Partnerorganisation M. Venkatarangaiya Foundation (MVF) arbeitet die Stiftung „fair childhood” daran, die Region zur Kinderarbeitsfreien Zone zu machen – nicht immer einfach, wie ein aktueller Projektbericht zeigt... [mehr]


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